Sozialausschuss besucht „G’schäftl“

Veröffentlichungsdatum10.06.2026Lesedauer2 Minuten
Der Sozialausschuss mit dem Team vom "G'schäftl" und Bürgermeister Bernhard Zwielehner.

Über die wichtige Arbeit des Rieder „G’schäftl“ hat sich der Sozialausschuss in seiner jüngsten Sitzung vor Ort informiert. In der Bahnhofstraße gab Obmann Mag. Christoph Wiesner Einblicke in die Abläufe, stellte das Team vor und berichtete auch von aktuellen Herausforderungen. Das zentrale Anliegen des Sozialvereins ist es, Menschen mit geringem Haushaltseinkommen eine günstige Einkaufsmöglichkeit zu bieten. Dabei gehe es vor allem darum, eine Möglichkeit zum Sparen zu schaffen und die Menschen mit Produkten des täglichen Bedarfs zu versorgen. Ein Team aus Ehrenamtlichen kümmert sich um Logistik, Kundenbetreuung, Reparaturen und Organisation. An drei Tagen pro Woche kann zu festgelegten Zeiten eingekauft werden.

Obmann Christian Hilpold würdigte das Engagement: „Ihr seid ein unverzichtbarer Bestandteil der sozialen Infrastruktur unserer Stadt und schafft mit eurem Netzwerk niedrigschwellige Unterstützung für viele Riederinnen und Rieder.“ In Zeiten steigender Lebensmittelpreise und hoher Lebenshaltungskosten sei ein solches Angebot eine tragende Säule der Grundversorgung.

Die Waren stammen von Handelsketten sowie direkt aus der Landwirtschaft und werden bereitgestellt, wenn sie etwa aus dem Sortiment genommen wurden, ein neues Design erhalten oder aufgrund von Überproduktion verfügbar sind. Gleichzeitig leistet das „G’schäftl“ einen wichtigen Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung. Während kommerzielle Angebote für vergünstigte, kurz haltbare Waren zunehmen, wirkt sich dies jedoch auch darauf aus, dass beim „G’schäftl“ weniger Ware ankommt.

Gleichzeitig wurde beim Besuch deutlich, dass die Inanspruchnahme des Angebots für viele Menschen mit Scham und der Sorge vor Stigmatisierung verbunden ist. Gerade deshalb ist es wichtig, einen Ort zu schaffen, an dem eine angenehme Atmosphäre herrscht und Menschen unkompliziert und respektvoll einkaufen können. Die Begegnung auf Augenhöhe und Wertschätzung für jede Lebenssituation stehen dabei für das Team im Mittelpunkt.

„Unter die Einkommensgrenze kommt man etwa durch Teilzeitarbeit zum Beispiel aufgrund von Pflege oder Kinderbetreuung schneller, als man denkt. Daher ist es uns wichtig, die individuellen Lebenssituationen unserer Kund:innen zu sehen. Niemand möchte bedürftig oder gar arm sein, aber wir bieten eine Möglichkeit, Geld zu sparen und dafür muss sich niemand schämen“, so Wiesner.

Einkaufen im „G’schäftl“ ist mit einer Einkaufsberechtigung möglich. Aktuell gelten folgende Einkommensgrenzen: Einpersonenhaushalt bis 1.450 Euro, Zweipersonenhaushalt bis 2.050 Euro. Die Berechtigung wird nach entsprechender Prüfung ausgestellt und ermöglicht regelmäßige Einkäufe im Sozialmarkt. Weitere Informationen gibt es direkt im „G’schäftl“.

Weitere Informationen: https://www.sozialmarkt-ried.at/